Sonntag, 24. August 2014

1997

Ich habe das Jahr 1997 verklärt.

Es ist in diesem Jahr viel geschehen, es sind Weichenstellungen erfolgt, die mich für lange Zeit geprägt haben und dazu gehörte auch, dass ich zwei Mal sehr verliebt war.

Bei der ersten Geschichte habe ich mich unfassbar doof angestellt und habe eine eher günstige Ausgangslage nicht genutzt, nachdem ich sie kennengelernt hatte. Ich hätte zwar wenig Chancen gehabt, da sie sich damals in einer Art on-off-Beziehung befand, was ich aber nicht so genau wusste - ich hatte ja die eher günstige Ausgangslage nicht genutzt und hätte ja dann Näheres erfahren ...
Jedenfalls hat sie mitbekommen, dass ich was von ihr will, ich habe mitbekommen, dass sie das amüsiert zur Kenntnis nahm, und ich zog die falsche Konsequenz, dass ich mich bei der zweiten Geschichte extrem vorsichtig verhielt.

Man könnte auch einfach sagen, dass ich nichts tat.

Das konnte dann auch nichts werden.

Irgendwann wurde wurde mein innerer Druck zu hoch, ich erzählte ein paar Leuten davon, irgendjemand meinte, eingreifen zu müssen und redete mit ihr. Dass irgendein Typ, mit dem sie nur zwei, drei Mal überhaupt ein Wort gewechselt hat, plötzlich sagte, dass er was von ihr will, bot keinen Anlass darauf einzugehen. Warum auch.

Am nächsten Tag wollte ich doch nochmal mit ihr reden, ich wollte das in einer unmöglichen Situation, in der sie mit zwei kurzen Sätzen klarmachte, dass nichts geht. Mir ging es danach dreckig wie nie. Auch gesundheitlich. Alles schein seinen Wert verloren zu haben, es war, als ob die Welt an mir vorbeizöge, ohne dass ich an ihr Anteil nehmen würde. Ich habe mich von ihr nicht recht lösen können und starb noch ein Jahr lang tausend Tode, wenn ich sie sah. Und ich sah sie bald oft.

Ich habe dieses Jahr 1997 verklärt. Und 2014 kam hinzu, dass die Wochentage übereinstimmen. Doch gestern kam mir wieder in den Kopf, wie es endete, was folgte und was meine Fehler waren.

Und das tat weh. Noch immer. Nicht ihretwegen - ich gehe heute mit ihr völlig entspannt um -, sondern wegen meines Umgangs und meiner selbstverordneten Lethargie, die meinen Blick verstellt hat.

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