Es gab vor zwei Wochen eine Auseinandersetzung um zwei wesentliche Dinge: Erstens die Miete rechtzeitig zu zahlen und zweitens ums Putzen. Er stellte sich unheimlich kompliziert an. Es folgte dann am Ende des Gesprächs noch, dass er mich beleidigte. Ich ging daraufhin mit meinem imaginären Hund raus. Ich erreichte niemanden, mit dem ich mich hätte treffen können, doch ich traf die Brillenfrau, die vielleicht doch netter ist als sie manchmal wirkt. Wieder zuhause, war der Ärger erstmal verflogen.
Am Tag darauf ging bei seinem Versuch, einen Putzeimer mit Wasser zu füllen der Duschkopf kaputt. Er bat mich deutlich zu wenig devot darum, einen neuen zu besorgen, weil er beruflich einige Tage wegmüsse. Als er zurück war: kein Wort des Dankes, nicht die Frage, was ich denn bekäme.
Das Wochenende war ohne besondere Vorkommnisse, Anfang vergangener Woche verwickelte er mich in eine Diskussion um die aktuelle Uhrzeit ...
Am Samstag dann trug er Umzugskartons aus dem Keller in sein Zimmer. Nun ja. Als ich hörte, dass er mit Klebeband hantieren muss, kam mir das erstmals spanisch vor. Im Bad bemerkte ich dann, dass seine Sachen nicht mehr da sind und als ich aus dem Fenster sah, verstaute er gerade seinen Bettrahmen in einem Auto, das er von seiner Firma ausgeliehen hatte. Ich stellte sicher, dass keine Forderungen offen waren, irgendwann meinte er dann: "Ach ja, ich ziehe übrigens aus."
Am späten Nachmittag verließ er das Haus. Ich sah nur noch seine Rücklichter verschwinden. Es blieb zurück ein Schrank, ein Rollo, ein Inbusschlüssel und Kleinteilemüll. Opfer seines Auszugs wurden einige Karotten, die zu Unrecht im Abfall landeten.
Sonntag, 18. Dezember 2011
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