Mittwoch, 30. April 2008

Bei dem Inzestfall in Österreich gingen einige Medien hart und pauschal mit Österreich ins Gericht und suchten nach den Ursachen des Falles in der österreichischen Gesellschaft. Das ist höchst zweifelhaft und dumm.

Der zweite Punkt bei der Berichterstattung sind die Vergleiche, einerseits mit dem Entführungsfall Natascha Kampusch und den Fall des Kinderschänders Marc Dutroux in Belgien. Diese Vergleiche greifen an zentraler Stelle zu kurz. Die Erschütterung der belgischen Öffentlichkeit beruhte darauf, dass Dutroux irgendwie gedeckt worden sein soll, zumindest deuteten viele Dinge darauf hin. Im Prozess reihte sich Panne an Panne, der peinliche Höhepunkt war, dass Dutroux vorübergehend aus dem Gerichtssaal fliehen konnte.
Im Fall Kampusch beschäftigen nach zwei Jahren die Frage die österreichische Öffentlichkeit, welche Ermittlungspannen vertuscht worden sind. Boulevardmedien veröffentlichten Akten, die nichtöffentlich bleiben sollten und Boulevardmedien stellen Verbindungen ins Wiener Pädophilenmilieu her. Es wird auch nach wie vor, angeblich unter Berufung auf Aussagen Kampuschs, unter anderem die Einzeltäterthese angezweifelt.

Die Frage ist, ob es den österreichischen Behörden gelingt, den Fall Kampusch zu einem glaubhaften Abschluss zu bringen und auch im Amstettener Fall das Vertrauen der Öffentlichkeit zu gewinnen.

Das alles ist insgesamt viel wichtiger als im Fernsehen auftretende Experten, die über die richtige oder falsche Therapie für die Opfer fabulieren.

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